Eisschnelllauf
Eisschnelllauf auf der Langbahn umfasst Einzelstrecken, Mehrkampf und Sprintmehrkampf, Massenstart sowie Teamrennen. Auf normalen Einzelstrecken gewinnt die schnellste gültige Zeit des gesamten Feldes. Den Gegner im eigenen Paar zu schlagen bedeutet deshalb nicht automatisch den Gesamtsieg. Das angekündigte Programm bestimmt Strecken und Formate.
Regeln
Disziplinen und Sieg
Eisschnelllauf auf der Langbahn umfasst Einzelstrecken, Mehrkampf und Sprintmehrkampf, Massenstart sowie Teamrennen. Auf normalen Einzelstrecken gewinnt die schnellste gültige Zeit des gesamten Feldes. Den Gegner im eigenen Paar zu schlagen bedeutet deshalb nicht automatisch den Gesamtsieg. Das angekündigte Programm bestimmt Strecken und Formate.
Bahn und Laufspuren
Das Langbahn-Oval besitzt Innenbahn, Außenbahn, Wechselgerade und markierte Kurven. Gelaufen wird gegen den Uhrzeigersinn, mit der Bahninnenseite links. Gewöhnliche Einzelstrecken werden paarweise in getrennten Laufspuren ausgetragen, nicht gemeinsam im Feld. Große ISU-Wettbewerbe, Weltcups und Olympische Spiele nutzen eine 400m-Bahn.
Startverfahren
Im Einzelpaar trägt der Innenstarter eine weiße, der Außenstarter eine rote Armbinde. Alle müssen mit richtiger Kennzeichnung in der richtigen Bahn erscheinen. Auf „Go to the start“ wird hinter der Startlinie eine stabile Position eingenommen.
Fehlstarts
Ein Aufbruch nach „Ready“, aber vor dem Schuss, oder absichtliches Verzögern der Startstellung ist ein Fehlstart. Löst ein Läufer durch vorzeitiges Loslaufen die Reaktion des anderen aus, erhält nur der Auslöser diesen Fehlstart. Normalerweise ruft der Starter die Teilnehmer zurück.
Bahnwechsel und Vorrang
Bei normalen Paarrennen wechseln die Läufer auf der Wechselgeraden zwischen dem markierten Kurvenende und dem Beginn der nächsten Kurve die Bahnen. Wer von innen nach außen wechselt, darf den von außen nach innen wechselnden Läufer nicht behindern.
Bahngrenzen einhalten
Die zugewiesene Bahn ist einzuhalten. Eine Linie vollständig mit dem ganzen Schlittschuh zu überqueren kann auch ohne Kontakt zur Disqualifikation führen; wiederholte bestätigte Verstöße führen dazu, soweit keine Ausnahme greift. Die innere Kurvenlinie abzuschneiden oder ihre Klötzchen mit dem Schlittschuh zu verschieben ist verboten.
Überholen und Schrittmachen
Treffen Läufer in derselben Bahn aufeinander, müssen beide Kollisionen vermeiden. Der Vordere hält seine relative Linie; weicht er zum Überholen nach außen aus, bleibt er dort bis zum Abschluss. Der Überholende muss Kontakt vermeiden, solange diese Linie gehalten wird.
Zieleinlauf
Die Strecke endet, wenn die vordere Klingenspitze des ersten Schlittschuhs nach den nötigen Runden die Ziellinie erreicht. Maßgeblich ist der Schlittschuh, nicht Kopf, Brust oder Hand, vorbehaltlich der zugelassenen Zeitmessung. Einen Schlittschuh im Ziel absichtlich vollständig vom Eis wegzukicken ist verboten.
Offizielle Zeiten und Gleichstände
Große ISU-Wettbewerbe verlangen automatische Zeitmessung mit vorgeschriebenen Ersatzsystemen. Offiziell werden Zeiten durch die Unterschrift des Schiedsrichters im Protokoll. Eine sofort angezeigte Zeit kann noch vorläufig sein; die Anzeigetafel ist nicht allein das endgültige Ergebnis.
Mehrkampf- und Sprintpunkte
Im Mehrkampf werden Zeiten auf eine gemeinsame Streckenbasis umgerechnet und addiert. Kürzere Zeiten ergeben weniger Punkte; die niedrigste Summe gewinnt. Jede Zeit wird durch ihren Streckenfaktor geteilt, statt für den Sieg auf einer Einzelstrecke zusätzliche Punkte zu vergeben. Die Zeiten werden auf 500m umgerechnet: Eine 1000m-Zeit in Sekunden wird durch 2 geteilt.
Teamverfolgung
Teams starten gleichzeitig an gegenüberliegenden Bahnseiten und nutzen eine gemeinsame Wettkampfbahn. Die Zeit des dritten Finisher zählt. Einen Teamkollegen weit vorauszuschicken verbessert sie nicht; mit weniger als drei Finishern ist das Rennen nicht abgeschlossen.
Teamsprint
Der vorgesehene Führende absolviert seinen Abschnitt und verlässt das Rennen nach außen im markierten Wechselbereich. Der nächste Läufer übernimmt die Führung der verbleibenden Mannschaft. Der letzte fährt den Schlussabschnitt allein und bestimmt die Zielzeit; anders als bei der Verfolgung bleibt das Team nicht zusammen.
Staffelwechsel
Langbahnstaffeln kennen unterschiedliche angekündigte Formate, auch gemischte Teams. Manche Wechsel erfolgen durch Vorbeifahren, andere verlangen Kontakt. Auch die Wechselzone unterscheidet sich. Es gibt deshalb weder eine allgemeine Stabübergabe noch ein einheitliches Verfahren für alle Staffeln.
Massenstart
Beim Massenstart laufen die Teilnehmer gemeinsam ohne getrennte Bahnen. Die erste Runde ist kontrolliert: Vor dem eindeutigen Freigabesignal darf nicht beschleunigt werden. Schwere Behinderung, absichtliches Blockieren oder Schieben kann zur Disqualifikation führen. Überrundete müssen gemäß angekündigter Regel ausscheiden.
Schlittschuhe, Anzüge und Schutz
Schlittschuhe sind passive mechanische Verlängerungen der Beine und nutzen die Energie des Läufers. Künstliches Erwärmen der Klingen ist verboten. Rennanzüge müssen der natürlichen Körperform folgen und Beschränkungen für Zusätze einhalten. Ein aerodynamischer Vorteil erlaubt keine künstliche Veränderung dieser Form.
Disqualifikation und Wiederholung
Ein bestätigtes Rennfoul führt normalerweise zur Disqualifikation auf dieser Strecke. Absichtliche Fouls können weitere Teilnahme und frühere Mehrkampfergebnisse betreffen. Nichtanzukommen ist etwas anderes als disqualifiziert zu werden. In Teamrennen kann die Strafe eines Mitglieds das gesamte Team treffen.
Grundlage sind die bereitgestellten ISU Sports Rules, gültig ab Juni 2026. Quellenangaben beziehen sich auf PDF-Seiten; die Themennummerierung ist redaktionell.
